Geschichte
Schon in der Altsteinzeit lebten Jäger in den Alpen. Aus der Jungsteinzeit zeugen besonders die an Seeufern angelegten Pfahlbauten. Die ältesten Ortsnamen deuten im Süden auf ligurische und etruskische, im Osten auf illyrische und im Norden und Westen auf keltische Bevölkerung hin.
Die germanischen Alemannen, die ab Mitte des 5. Jahrhunderts die nördliche Schweiz besiedelten, wurden im Gegensatz zu den Burgundern im Westen und später den Langobarden im Süden nicht romanisiert, kamen aber mit den Burgundern unter fränkische Herrschaft.
Bei der Teilung des Fränkischen Reichs 843 kam das Gebiet nördlich der Aare zum Ostreich Ludwigs des Deutschen und das westliche Gebiet an das Mittelreich Lothars I. Nach Zerfall des Lothringischen Reichs bildete das westschweizerische Gebiet ab 888 einen Teil des Königreichs Hochburgund. Im Hochmittelalter war die Schweiz unter zahlreichen weltlichen und geistlichen Feudalherren aufgesplittert. Im 12. Jahrhundert stiegen die Zähringer zu einer dominierenden Stellung auf.
Seit Mitte des 13. Jahrhunderts mussten sich die Waldstätten Schwyz und Uri, die infolge des um 1200 eröffneten Gotthardweges wirtschaftliche Bedeutung gewonnen hatten, gegen die Habsburger zur Wehr setzen. 1315 einigten sich Schwyz, Uri und Unterwalden auf eine gemeinsame Außenpolitik. Die ersten Schweizer Kantone wurden gegründet.
Ab dem 15. Jahrhundert schlossen sich nach mehreren Bürgerkriegen sowie dem Schwabenkrieg (1499) und den Mailänderkriegen weitere Kantone der Eidgenossenschaft an.
Durch Reformation und Gegenreformation kam es im 16. Jahrhundert zu Spannungen und schließlich zum Religionskrieg. Vom Dreißigjährigen Krieg blieb die Schweiz verschont, abgesehen von Graubünden, das die verheerenden Bündner Wirren erlebte.
Der Westfälische Frieden von 1648 brachte der Eidgenossenschaft die Loslösung vom Deutschen Reich. 1798 wurde die Helvetische Republik als demokratischer Einheitsstaat nach französischem Muster ausgerufen. Nach dem Sturz Napoleons wurden 1814 die Kantone Wallis, Genf und Neuenburg eingegliedert (seitdem 22 Kantone). Zugleich wurde die Neutralität der Schweiz und die Unverletzbarkeit ihres Gebiets im Wiener Kongress verbrieft.
In den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts vermochte die Schweiz ihre Neutralität zu wahren. Das Vertrauen in ihre Neutralität ließ die Schweiz zum Sitz vieler internationaler Institutionen werden. Die direkte Demokratie gestattet dem Volk nicht nur die Gesetzgeber zu wählen wie in parlamentarischen Demokratien, sondern auch selbst über Gesetze und Sachfragen zu entscheiden.